Geschichte

Künstler unbekannt

Künstler unbekannt

für Hof- und Staatsbibliothek München, 1746, Radierung

Die Geschichte des Exlibris als gedrucktes Bucheignerzeichen beginnt mit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, die eine Ausbreitung des Buchdrucks und damit die Entstehung und Vergrößerung privater Bibliotheken ermöglichte. Holzschneider wie Dürer oder Cranach fertigten erste gedruckte Bucheignerzeichen. Handschriftliche Eigentumsvermerke beziehungsweise das bislang übliche Einmalen oder Einprägen des Eignerwappens erwiesen sich nun als zu aufwändig. Eine andere Besitzkennzeichnung lag nahe.

So wurden bereits Ende des 15. Jahrhunderts kleine Graphiken geschaffen, als Zettel gedruckt und vervielfältigt, sowie in Bücher geklebt. Zunächst waren es meist Holzschnitte, dann Kupferstiche mit Wappen, Ornamenten, symbolischen oder bildhaften Darstellungen in Verbindung mit den Worten "Ex libris". Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieb das Wappen wichtigstes Gestaltungselement. Erst Ende des 19. Jahrhunderts verlor das Exlibris seinen reinen Eigentumscharakter, es wurde auch zum Sammel- und Tauschobjekt. Eine Blüte der Exlibriskunst setzte ein.

Bekker, David (UKR)

Bekker, David (UKR)

1999, Opus 692, Radierung

Kaum ein namhafter Künstler der Jahrhundertwende, der nicht auf diesem Gebiet tätig war. Noch heute sind Jugendstilblätter von Heinrich Vogeler, Franz von Bayros, Alfred Cossmann und anderen begehrte Sammelobjekte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich in Europa eine neue, noch intensivere Welle der Exlibris"produktion" und des Sammelns, zunehmend auch über Ländergrenzen hinweg. Heute finden sich weltweit Künstler und Sammler, die Exlibris schaffen bzw. für sich bestellen.

DEG-Tagung 2017

Exlibris des Monats

Ella Iranyi: Eigenexlibris, Holzschnitt

>> Mehr Informationen <<

Sitemap | Impressum