Zuletzt erschienen

Philipp Roger Keller: HOMOMENSURA, Radierung, 2000, 130 x 103 mm

Aufsatz von Ulrike Ladnar im Heft 233 der Marginalien mit dem Titel „Hat Mona Lisa Zahnschmerzen?“ über „Bildzitate im modernen Exlibris“

Ausgehend von einer freien Grafik Leo Leonhards, auf der ein „Weißbinder eine Wand streicht, auf der sich bekannte Figuren Michelangelos tummeln“, spürt die Redakteurin des DEG-Jahrbuchs, Ulrike Ladnar, der Manier des Bildzitats im modernen Exlibris nach – und erläutert zunächst, inwiefern „für das Exlibris als Form der Gebrauchsgrafik andere Gesetze [gelten] als für die freie Grafik“. Da in der Exlibriskunst ein vergleichsweise „viel breiteres und fast uferloses Repertoire“ aufzufinden ist, konzentriert sie sich „als Beispiel für die Kraft des Zitats“ auf eine Epoche, nämlich die italienische Renaissance, und da auch diese ein weites Feld ist, auf die beiden exponierten Künstler Leonardo da Vinci und Sandro Botticelli.

Zunächst Leonardo und sein Vitruvianischer Mensch – zitiert in einem Exlibris des polnischen Grafikers und Kunstprofessors Krzysztof Marek Bąk, das er für seine Frau Katarzyna Handzlik entworfen hat. Ulrike Ladnar erklärt schlüssig, dass es Bąk „nicht um Kritik und Huldigung, nicht einmal um einen neutralen Kommentar [… zu Leonardo], sondern um die pragmatische Nutzung tradierter visueller Motive und ihrer in Jahrhunderten entwickelten Konnotationen als Bezugsrahmen für die eigene Arbeit“ geht.
Auch in dem zweiten vorgestellten Exlibris steht der, hier stark verfremdete, Vitruvianische Mensch im Mittelpunkt, radiert von dem Schweizer Philipp Roger Keller (der inzwischen leider nicht mehr künstlerisch tätig ist). Es trägt den Titel Homomensura und ist eines von acht Blättern (auch Titelblatt) einer 1999/2000 entstandenen Mappe Kellers mit dem Titel Millennium – l´homme du nouveau millénaire, in der er „Themen wie Frieden, Macht, Schöpfung, Wandel“ behandelt. Dieses Blatt bezeichnet Keller selbst „als ein Exlibris für den neuen Menschen“.
In den weiteren ausgesuchten und pointiert interpretierten Exlibris geht es um Botticellis Geburt der Venus, aufgegriffen von Oleksiy Fedorenko (Ukraine) für Willem van de Weerd, und von Maria Maddalena Tuccelli (Italien) für Rosemarie Aschenbach. Sodann um Leonardos Mona Lisa, verwendet von Zoltan Vén (Ungarn) für Dr. Raija Ruskoaho und von Frank-Ivo van Damme (Belgien) in seinem „Exlibris Ideale Leonardo da Vinci“, auf dem auch noch einmal der Vitruvianische Mensch auftaucht.

Ulrike Ladnar: Hat Mona Lisa Zahnschmerzen? Bildzitate im modernen Exlibris, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 233. Heft. 2019/2, S. 22–28.

(Henry Tauber)

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Tillfried Cernajsek: Geologische und montanistische Exlibris
Berichte der Geologischen Bundesanstalt, Band 131, 2019

Im Jahre 1997 erschien im Band 41, Berichte der Geologischen Bundesanstalt Wien, ein Artikel über Geologische und montanistische Exlibris mit 50 Abbildungen. Dieser Artikel begleitete die Ausstellung Montanwesen und Kunst im Museum der Stadt Leoben mit knapp 125 Exlibris auf 18 Tafeln. Autor und Aussteller war Dr. Tillfried Cernajsek, Exlibrissammler und ehemaliger Direktor der Bibliothek der Geologischen Bundesanstalt.
Jetzt, 22 Jahre später, hat Tillfried Cernajsek wieder eine Ausstellung zu diesem Thema im Schrift- und Heimatmuseum Bartlhaus in Pettenbach (O.Ö.) gestaltet (http://www.bartlhaus.at/). Der Katalog dazu wird gemeinsam von der Geologischen Bundesanstalt Wien und der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft herausgegeben.

Robert W. Brewer (1905–1985): Exlibris aus dem wilden Westen für den amerikanischen Mineraliensammler und -händler Rock H. Currier (1940–2015). Es ist das einzige Exlibris des Künstlers.

Die Ausstellung wurde überarbeitet und auf 24 Tafeln mit rund 190 Exlibris erweitert. Zusätzlich gibt es 2 Vitrinen mit der dazugehörenden Literatur. Der Katalog beginnt mit einer kurzen Vorgeschichte und einer ausführlichen Einleitung in das Thema. Im anschließenden Katalogteil werden die Exlibris beschrieben. Teilweise nur kurz mit Angaben zu Künstler, technischen Daten und Motiv, und teilweise, wenn die Daten recherchierbar waren, mit ausführlichen Informationen zum Eigner. Leider enthält der Katalog nur 19 Abbildungen. Grund dafür sind ungelöste Copyright-Probleme und die zum Teil unbegründete Angst vor irgendwelchen juristischen Auseinandersetzungen.
Neu aufgenommen in die Ausstellung wurden Tafeln zum Thema ‘Bergbauheilige’ um die Hl. Barbara und zum ‘Vulkanismus’. Eine Tafel wurde allein dem Eigner František Záleský aus der Tschechischen Republik gewidmet, einem der größten Auftraggeber für bergbauliche Exlibris. Neben den erwarteten Tafeln zu den Themen Bibliotheken, bergbauliche Symbole, Gerätschaften und Anlagen sowie zu Mineralien und Fossilien nehmen Exlibris für Personen mit geowissenschaftlichem Hintergrund den größten Raum ein. Für den nicht eingeweihten Betrachter ist bei diesen Blättern ein Bezug zur Sammlung ohne tiefergehende Erläuterung über Beruf oder Berufung des Eigners nicht immer sofort ersichtlich.

Stanislav Kulhánek: Exlibris für den tschechischen Bergingenieur František Záleský

Nach einer Bibliographie endet der Katalog mit einem werbenden Bericht für die Österreichische Exlibris-Gesellschaft und einer Biographie des Autors.

Interessenten können sich diesen Katalog als PDF-Datei von der Homepage der Geologischen Bundesanstalt Wien (GBA) kostenlos herunterladen unter:

https://www.geologie.ac.at/produkte-shop/detail/?id=1809&seo=nr._131

(Joachim Esche)

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Mai 2019 DEG-Wettbewerbskatalog

Katalog zum DEG-Wettbewerb für Exlibris und Gelegenheitsgrafik – Jahrestagung 2019 in Wetzlar, zusammengestellt von Joachim Schlosser, o.O. 2019

Wieder hat der Archivar der DEG, Joachim Schlosser, den Katalog für den jährlichen Wettbewerb der DEG zusammengestellt, für den in diesem Jahr 108 Blätter von 48 Künstlern und Künstlerinnen eingegangen sind. Der Katalog hat ein DIN A4-Format, allerdings im Querformat und in einem mit Platz großzügig umgehenden Layout, denn es finden jeweils zwei Blätter Platz auf einer Seite. Für Betrachter und Betrachterinnen sehr hilfreich ist, dass die jeweiligen Künstlerangaben unter den Abbildungen zweifarbig unterlegt sind. So sieht man auf einen Blick, ob das Blatt ein Exlibris oder ein PF ist, was bei der in den letzten Jahren häufig beobachtbaren Tendenz, den Schriftanteil zu reduzieren, indem man ihn auf die vier Buchstaben E und L plus die Initialen des Eigners verringert, diese Buchstaben auch noch verkleinert und gelegentlich fast im Bildanteil versteckt, nicht immer so leicht war. Im Übrigen hat man beim Durchschauen durchaus den Eindruck, dass die in diesem Jahr vorgelegten Arbeiten die Eignernamen wieder deutlicher herausstellen.

Blättert man durch den Katalog, so sieht man, dass die Exlibris-Szene lebt: Die 48 Künstler und Künstlerinnen, die sich dem Wettbewerb stellten, kommen aus 14 Ländern, manche sind wohlbekannt, andere müssen noch hart um Aufträge werben. Sie alle vertreten verschiedene derzeit typische Tendenzen der Exlibriskunst, sie arbeiten in unterschiedlichen Techniken – wobei Radierungen, auch farbige, in diesem Jahr wie schon in den letzten Jahren überwiegen, die CGD-Grafik aber sehr zugenommen hat – und sie haben unterschiedliche Themen bearbeitet. Neben traditionell dem Exlibris eigenen Motiven wie mythologische, literarische oder philosophische gibt es auch in diesem Jahr wieder neue Ausdrucksformen für Tod und Mädchen, Memento mori u.a. Stark verschlüsselte Blätter fordern zum Enträtseln auf, und natürlich finden sich auch erotische Darstellungen. Auffallend ist, dass die CGD-Blätter sich leichter, lockerer, witziger präsentieren als die in anderen Techniken gestalteten. Den Vergleich der Blätter erleichtert auch ein umfangreiches Register aller vorgestellten Exlibris, für das Joachim Schlosser Dank gebührt. Abgerundet wird der Katalog durch die Einführung von Henry Tauber sowie die Abbildungen der Exlibris und PF’s, die im letzten Jahr gewonnen haben.

Der Katalog wurde den TagungsteilnehmerInnen als Gabe überreicht, er kann aber auch für 8,00 € erworben werden. Sammelt man die jährlich erscheinenden Wettbewerbskataloge, so besitzt man nach einigen Jahren sicherlich eine repräsentative Geschichte des modernen Exlibris. Nachzutragen ist, dass die Liste der Gewinner so international ist wie die der Teilnehmer an unseren Treffen: Die Gewinnerblätter stammen aus fünf Ländern.

(Ulrike Ladnar)

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Mai 2019 Andres-Ausstellungskatalog

Ausstellungskatalog: Karl Martin und Toni Andres – Exlibris und PF

Zu der Jahrestagung der Deutschen Exlibris-Gesellschaft 2019 in Wetzlar hat der Organisator Matthias Wenger aus seiner eigenen Sammlung eine Ausstellung über Exlibris des bekannten Eigners Karl Martin Andres gestaltet. Auch Andres‘ Frau Toni und andere Familienmitglieder haben Exlibris besessen; es existieren auch etliche Paar-Exlibris sowie PF‘s im Namen beider Eheleute. Matthias Weniger hat in einer sorgfältig erarbeiteten Liste alle ihm bekannten Blätter der Familie Andres zusammengetragen, die 159 Exlibris und 38 PF’s umfasst, wie er in einem Vorwort berichtet. Zu jedem Blatt hat er alle wichtigen Informationen notiert (Künstler, Thema, Technik, Jahr, Format, Quelle und Sonstiges). Von diesen Blättern hat er 100 Exlibris und 11 PF’s für seine Ausstellung ausgesucht, die in dem sorgfältig zusammengestellten Ausstellungskatalog in guter Qualität und Größe abgebildet worden sind. Außer seiner eigenen Sammlung und deren Geschichte beschreibt Wenger knapp den Lebensweg des Sammlers Andres und die Geschichte der Andres-Sammlung.

Die Exlibris-Blätter von Karl Martin Andres, denn sein Name dominiert schon auf den ersten Blick, nur auf den Neujahrs- und Umzugsanzeigen finden sich fast immer die Namen beider Ehepartner, entstanden zwischen 1919 und 1936, also noch in der Blütezeit des Exlibris. Die Liste der Künstler, die für ihn gearbeitet haben, liest sich wie ein Who’s Who der Exlibriskunst: Kaum ein bekannter Exlibriskünstler der Zeit fehlt. Besonders scheint er die Blätter von Rehn (von dem er sich 15 Blätter hat machen lassen), Schenke (12), Fingesten, Ritter, Speth und Ubbelohde mit je 7 Exlibris zu schätzen, aber auch Büttner, Geiger und Michel sind mit je 5 Buchzeichen vertreten: Vorlieben, die auch heutige SammlerInnen älterer Blätter so teilen können. Übrigens dominieren Schenke, Rehn und Fingesten auch die Liste der PF’s.

Der Katalog ist den Tagungsteilnehmern in Wetzlar als Gabe überreicht worden. Der Untertitel lautet Exlibris für bekannte Eigner – Teil 1; da darf man auf Folgebände gespannt sein.

(Ulrike Ladnar)

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Mai 2019 Raub 50 aus 500

Mehr als 500!

Unser Künstlermitglied Andreas Raub hat für die Jahrestagung 2019 in Wetzlar eine Auswahl aus den von ihm geschaffenen Exlibris in einem kleinen Buch zusammengestellt, das die Teilnehmer in ihrer Tagungstasche fanden. 50 Exlibris und Gelegenheitsgrafiken, also etwa 10% aus seinem inzwischen über 500 Blätter umfassenden Exlibris-Oeuvre, hat er ausgewählt und auf den rechten Seiten des Buchs im Format DIN A5 farbig abgebildet. Auf den linken Seiten erfährt man dann neben dem Namen des Eigners das Jahr, in dem das Blatt entstand, das Motiv des Blattes und die Technik, in der Regel handelt es sich um Strichätzungen mit Aquatinta, gelegentlich um Farbrucke von mehreren Platten. Die Beispiele sind ohne besondere Systematik aneinandergereiht.
Schaut man das Heft durch, dann erkennt man die große Vielfalt der Themen und Motive, mit denen sich der Künstler auseinandergesetzt hat. Auch seine Stärken treten in der Auswahl hervor: Architektur- und Landschaftskompositionen mit überraschenden Einfällen, das Einbeziehen von modernen Industrielandschaften in die Darstellung tradierter Themen wie auf dem lustigen Exlibris für Tongqing Zhang, auf dem der Ritter von der traurigen Gestalt und sein Knappe an Neubauten und Kränen statt an Windmühlen vorbeireiten. Auch Atmosphärisches gelingt ihm wie auf dem Erlkönig-Blatt. In der Darstellung von Menschen, anfangs in seiner Karriere noch nicht immer völlig problemlos gelungen, hat er sich ebenso positiv weiterentwickelt wie im Porträtieren bekannter Persönlichkeiten.
Das von Henry Tauber eingeleitete Buch, für das Andrea Gabriele Fritz ein Porträt des Künstlers beigesteuert hat, gibt einen guten Überblick über das Exlibriswerk eines Künstlers, der sich in kurzer Zeit in der Exlibriskunst etabliert hat. Wir Sammler dürfen Andreas Raub für seine Gabe dankbar sein und freuen uns auf seine nächsten Blätter.

Andreas Raub: Exlibris und Gelegenheitsgrafik von Andreas Raub, 112 Seiten, Verlag Utz Benkel, Berlin 2019
Das Buch kostet 9,90€ zzgl. 1,20€ Büchersendung. Es kann bei Andreas Raub oder beim Verlag Utz Benkel bestellt werden.

(Heinz Decker)

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Claes Oldenburg: Universalexlibris, 1991, Offsetlithografie, 127 x 76 mm

In der neuesten Ausgabe der Wandelhalle für Bücherfreunde, dem Nachrichtenheft der Gesellschaft der Bibliophilen, finden sich zwei Beiträge zum Exlibrisgeschehen.

Der Präsident der Deutschen Exlibris-Gesellschaft Dr. Henry Tauber bespricht in einer gekürzten Fassung seines bereits auf der DEG-Homepage veröffentlichten Berichts vom 37. Internationalen FISAE-Kongress in Prag 2018. Er belegt durch Zahlen das „Meeting der Superlative“, berichtet über die Abläufe und die vielen Veranstaltungen im Rahmenprogramm, das den Teilnehmern geboten wurde. Ausführlich geht er auf den Internationalen Exlibriswettbewerb und Gewinner ein und erläutert die Beschlüsse des Delegiertentreffens.
In der Rubrik Exlibris im Porträt bespricht Dr. Elke Schutt-Kehm, die Leiterin der Exlibris-Abteilung des Gutenberg-Museums in Mainz, ein seltenes Exlibris des bekannten Pop Art-Künstlers Claes Oldenburg. Das auf die schlichte linierte Seite eines Schreibblocks gedruckte Universalexlibris ist das einzige Exlibris, das der amerikanische Künstler gefertigt hat. Elke Schutt-Kehm beschreibt die Bildkomposition und deutet ihre Symbolik als „Befüllung des Hirns“. Außerdem führt sie in die Biografie des Künstlers und seinen Kunstansatz ein.

Wandelhalle für Bücherfreunde, Frühjahr 2019, hrg. Silvia Werfel, München 2019, 48 S., für Nichtmitglieder 10 Euro (für 2 Ausgaben jährlich)

(Heinz Decker)

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Jindřich Pileček: Exlibris für Rosella e Remo Palmirani, 1993, Radierung

Aufsatz von Heinz Decker im 232. Heft der Marginalien über „Die Konfigurationen der Alice Liddell. Über Exlibris aus dem Wunderland“

Eines der erfolg- und einflussreichsten Werke der Kinderbuch- und Nonsensliteratur steht im Mittelpunkt des Aufsatzes von Heinz Decker für die jüngste Ausgabe der Marginalien: Alice im Wunderland. Nach einer Schilderung der Entstehungsgeschichte, die in den Oxforder Sommer des Jahres 1862 zurückführt, und nach erhellenden Erläuterungen zum Autor, dem Mathematikprofessor Charles Lutwidge Dodgson, der die groteske Geschichte drei Jahre später unter dem Pseudonym Lewis Carroll herausgab, geht Decker zunächst näher auf den Karikaturisten John Tenniel und den Illustrator Arthur Rackham ein. Tenniel war der erste und Rackham einer der bekanntesten weiteren Illustratoren des Buches – zu denen später u.a. so berühmte Repräsentanten des Surrealismus zählten wie Salvador Dalí und Max Ernst, oder der Karikaturist Uriel Birnbaum und die Grafikerin Wiltraud Jasper, die beide auch als Exlibris-Künstler tätig waren.

Im zweiten Teil seines Aufsatzes geht Decker dann der Frage nach, „welches Bild von Alice […] man auf den Exlibrisdarstellungen [findet] und wie [… sich] die Bücherzeichen von den Bücherillustrationen [unterscheiden]“, und zwar in „der Darstellung der Protagonistin und der Wiedergabe von Szenen aus dem Buch“. Es sind eindrucksvolle Exlibris-Beispiele, die er dazu ausgewählt hat: Blätter von Roberta Pancera und Ab Steenvoorden mit der Eingangsszene, in der die Protagonistin durch das Kaninchenloch geht, und von Vladimir Zuev mit Alice und den Tieren auf dem Schachbrett. Marius Liugaila ist mit der Szene vertreten, in der das Flamingo zum Croquet-Schläger wird, Jochen Kublik mit einem überaus farbenfrohen Exlibris mit Alice auf einer Blumenwiese; David Bekker zeigt sie, umgeben vom Märzhasen, dem verrückten Hutmacher, dem weißen Kaninchen, dem Dodo und anderen Figuren aus dem Buch; und auch Erhard Beitz und Jindřich Pileček lassen auf ihre je eigene Art die wichtigsten Darsteller des Buches aufleben.

Gerade die dem kleinen Format des Exlibris geschuldete Notwendigkeit, sozusagen den Extrakt des Themas, in diesem Fall des Klassikers Alice im Wunderland, möglichst prägnant zu präsentieren, vermag Exlibris-Künstler zu herausragenden Leistungen anzutreiben – was der Autor beispielhaft herausgearbeitet hat.

- Heinz Decker: Die Konfigurationen der Alice Liddell. Über Exlibris aus dem Wunderland, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 232. Heft. 2019/1, S. 47–53.

(Henry Tauber)

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Peter Dietzsch: Exlibris für Dr. Hartmut Polenz, 2012, Computergrafik, 123 x 74 mm

Aufsatz von Peter Labuhn im 231. Heft der Marginalien über „Die Geliebten des Zeus“ mit Exlibris-Beispielen von Peter Dietzsch und Egbert Herfurth

„Dass man gerade bei einer unkonventionellen Sichtweise auch heute noch den alten griechischen Sagen viel Spaß abgewinnen kann“, stellt Pater Labuhn in seinem Artikel über die Eskapaden des Göttervaters Zeus unter Beweis. Dabei geht er auf fünf Seitensprünge des notorischen Fremdgängers näher ein und stellt dazu höchst treffliche Exlibris aus der Feder des Leipziger Buchillustrators Egbert Herfurth vor.
Es geht um die in einem Turm eingesperrte Danaë, der sich Zeus nähert, indem er sich in einen goldenen Regen verwandelt; Leda, die er als Schwan beglückt; Io, die er nach vollzogenem Akt, um seine Gemahlin Hera zu täuschen, in eine Kuh verwandelt und die erst nach etlichen Unbilden und nachdem Hera sie durch die halbe Welt getrieben hat, ihre ursprüngliche Gestalt zurückerhält; Alkmene, der Zeus sich in Gestalt ihres Gatten Amphitryon nähert und unter perfiden Lügen den Beischlaf erwirkt; schließlich Kallisto, die zur Priesterinnenschar der Jagd- und Waldgöttin Artemis gehört, und die Zeus verführt, indem er sich in ebenjene Göttin verwandelt. Die von Herfurth erdachten Szenen sind verblüffend „elegant und schlicht“.
Als Einstieg dient dem Autor ein Exlibris, das der in diesem Jahr verstorbene Künstler Peter Dietzsch 2012 geschaffen hat und dass „das ganze Dilemma des Göttervaters“ zeigt: Um „einen Überblick über seine recht zahlreiche Kinderschar zu gewinnen“ (die aus seinen vielzähligen Verbindungen hervorgegangen sind), gebraucht er einen Abakus, den „klassischen ´Holzcomputer´“. „Zeus zählt seine Kinder“ ist der passende Titel dieser Computergrafik.
So wie der Autor, „muss [man] sich nur ein wenig auf die Dinge einlassen, um die mit Augenzwinkern vorgetragenen Geschehnisse vergnüglich zu genießen“.

- Peter Labuhn: Die Geliebten des Zeus. Exlibris von Peter Dietzsch und Egbert Herfurth, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 231. Heft. 2018/4, S. 45–51.

(Henry Tauber)

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Alfred Soder für Sofia Schulz-Euler, 1907, C3, 138 x 88 mm

Alfred Soder. Basler Meister der Radierkunst

Zu seinem 50-jährigen Gründungsjubiläum hat der Schweizerische Ex Libris Club (SELC) als Jahresgabe 2018 das Buch „Alfred Soder. Basler Meister der Radierkunst“ veröffentlicht, womit man einem seit Jahren an den Verein herangetragenen Wunsch nach einer generellen Aufarbeitung des Werks und aktuellen Einordnung der Bedeutung eines der großen Klassiker des Schweizer Exlibris nachgekommen ist.
Neben dem kompletten Werkverzeichnis der Exlibris Soders enthält es Beiträge von Cornelius Claussen, Heinz Decker, Brigitte Fuchs, Ulrike Ladnar und Anna Stiefel, die sich in Einzelbetrachtungen mit herausragenden Soder-Exlibris beispielhaft befassen.
Cornelius Claussen erzählt von dem Exlibris seines Großvaters Bruno Claussen, der eine erste Version „entsetzt“ ablehnte, die zweite jedoch mit „grosser Zustimmung“ annahm. Soder hatte sich, im Tausch gegen ein Exlibris des von ihm hoch geschätzten Max Klinger, das sich in der Sammlung Claussen befand, „bereit [… erklärt], ein Exlibris anzufertigen“. Es wurde, unter dem Motto „Memento vivere“ (Denke daran zu leben), ein kniender weiblicher Akt in idyllischer Umgebung mit Totenschädel.
Heinz Decker befasst sich mit dem Exlibris, das der Frankfurter Buchhändler, Verleger und Schriftsteller Carl Friedrich Schulz-Euler für seine Mutter Sofia Schulz-Euler bei Soder in Auftrag gab. Als zentrales Motiv wählte der Sammler, der in Anlehnung an seine Verehrung des Geheimen Rats Goethe das Pseudonym Hans-Wolfgang Rath führte, ein Porträt der Mutter Goethes, „Frau Aja“. Decker teilt Wissenswertes über Schulz-Euler mit – der 1907 ein heute gesuchtes Mappenwerk mit 15 Exlibris-Radierungen Soders herausgab und darüber hinaus eine ganze Reihe großer Exlibriskünstler seiner Zeit mit der Fertigung von Exlibris beauftragte – und über seine Mutter Sofia, die eine Nachfahrin des berühmten Schweizer Mathematikers Leonhard Euler war. Außerdem beleuchtet er mögliche Vorlagen für das Porträt Ajas und analysiert die Gesamtkonzeption des Soder-Blattes, dessen obere Hälfte von einem großartigen Wiesenstück ausgefüllt wird.

Alfred Soder für Hans Schäublin, 1905, C3/C5, 74 x 52 mm

Brigitte Fuchs widmet sich ihrem Lieblingsexlibris von Soder, einem prachtvollen Orpheus-Blatt: ein männlicher Akt, jung und muskulös, der mit seinem hingebungsvollen Leierspiel Fauna und Flora betört. Was für eine virtuose Darstellung von Mensch und Tieren, insbesondere der Tiger zieht den Betrachter in seinen Bann! Die Version des Blattes mit den tierischen Remarquen ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Soder auch zu den großen Remarquen-Künstlern unter den Exlibris-Schaffenden der Zeit gehörte und in diesem Zusammenhang in einem Atemzug mit Bastanier, Kunst, Volkert oder Wilm zu nennen ist.
Ulrike Ladnar geht näher auf zwei Exlibris für Soders Freund Hans Schäublin ein, auf denen ein entblößter junger Lesender auf sehr ungewöhnliche Weise dargestellt ist. „[…] es ist nicht die Nacktheit des Erotischen, sondern die grundsätzliche, philosophische Nacktheit eines Einsamen“, einmal auf einem Folianten sitzend und beinahe „in das Buch hinein […] kriechend“, das andere Mal in ähnlicher Haltung, kauernd auf einem Baum. Soder griff hier eindrucksvoll „das konventionelle Motiv des Lesens auf unkonventionelle Weise auf“.

Alfred Soder für Friedrich Berthold Sutter, 1907, C3, 169 x 105 mm

Anna Stiefel lenkt das Augenmerk auf Soders vermutlich bekanntestes Exlibris, den „entfesselten Prometheus – die Darstellung des nackten Nietzsche im Gebirge“ für Berthold Sutter. Dabei streift sie, natürlich, Philosophisches. Zudem schildert (auch) sie in diesem Zusammenhang die Bewunderung Soders für Max Klinger, der berühmt gewordene Nietzsche-Büsten schuf. Und sie präsentiert sogar ein Gedicht von Gustav Pieckert zu Soders Nietzsche-Bild.
Beeindruckend, was das SELC-Vorstandsmitglied Anna Stiefel in aufwendigen Recherchen des Weiteren zu Soder zusammengetragen hat: einen ausführlichen Lebenslauf, Briefe zu verschiedenen Soder-Exlibris und Details zu seiner Radiertechnik, seinen Remarquen und seinem Stil.
Das rund 150 Soder-Exlibris umfassende Werkverzeichnis schließlich ist auf der Grundlage der von Heinz Decker publizierten Werkliste entstanden (DEG-Homepage, Publikationen – Exlibris Werklisten). Es ist vollständig bebildert, und wo nötig sind jeweils verschiedene Versionen eines Blattes wiedergegeben. Auch der nicht zum eigentlichen Werkverzeichnis gehörende Teil des Bandes ist mit mehr als 40 Abbildungen ebenso vorzüglich ausgestattet.

Die DEG gratuliert dem SELC noch einmal herzlich zum 50-jährigen Bestandsjubiläum und beglückwünscht ihn zu seiner überaus gelungenen Festgabe! – Ad multos annos!

Werkliste SELC Nr. 10, Jahresgabe des Schweizerischen Ex Libris Clubs, Nr. 56/2018, DIN A4-Format, 122 Seiten, nummerierte Auflage von 200 Exemplaren

(Henry Tauber)

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Monika und Rolf Wimmer: Monogramm-Lexikon Exlibris-Künstler

Aus ihrem eigenen Exlibrisbestand sowie unter Hinzuziehung von Veröffentlichungen aus Zeitschriften, Jahrbüchern, Monogrammverzeichnissen und anderen Aufzeichnungen erstellten die Autoren von 2007 bis 2018 das nun vorliegende Werk mit 6.900 Monogrammen von Exlibris-Künstlern aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und dem Österreichischen Kaiserreich (Böhmen, Mähren und Ungarn bis 1900).

Gebundenes Buch, Preis 495 € einschl. MwSt und Versandkosten.

Zu bestellen bei:
Grafik-Shop Monika Wimmer, Robert-Kothe-Str. 12, 94315 Straubing, Tel. 0172/8527821, E-Mail RMWimmer@gmx.de

Die Exlibris - Künstler und deren Monogramme wurden zusammen-gestellt aus den Sammlungen und Aufzeichnungen aus der Exlibris- Literatur und den Hinweisen auf die Exlibris-Künstler mit deren Monogrammen.

Sammlung Wimmer

Sammlung private Exlibrissammler

Hinweise auf die Monogramme bei verschiedenen Publikationen

GS

Goldstein Franz Monogramm Lexikon

WT

Witte Illustriertes Monogramm Lexikon & Bibliographie europäischer
Exlibriskünstler

Stock

Karl F. Stock

Internationales Verzeichnis der Exlibriskünstler und Exlibriskünstlerinnen

Für die Ablichtung der Exlibris- Monogramme und deren Künstler, wurden weitere Veröffentlichungen über Monogramme, Literatur und Künstler Hinweise in das Exlibris Monogramm-Lexikon mit einbezogen:

Deutsche Exlibris-Gesellschaft Jahrbücher und Mitteilungen

Österreichische Exlibris-Gesellschaft Jahrbücher und Mitteilungen

Schweizerischer Exlibris Club Jahrbücher und Mitteilungen

Verzeichnis Schweizer Ex Libris - Künstler seit 1900

Exlibris-Katalog Gutenberg-Museum, Elke Schutt-Kehm, Band 1 bis 3, Eignerverzeichnis

Monogrammlexikon 2 Edited by Paul Pfisterer

Exlibris Monogramme
Dietrich Schneider Henn

Witte Klaus

Exlibris Monogrammlexikon
Band 1 bis 3

Ex Libris 1900 - 1999
B.Junod

Österreichische Exlibriskünstler A-Z
Karl F. Stock 2009

Schweizer-Exlibris-Künstler A-Z
Karl F. Stock 2010

Jugendstil-Exlibris
Helmut Franck

Lexikon der Exlibriskünstler
Neureiter Manfred

4. Auflage 2016

Alfred Cossmann: Exlibris für Rudolf Teltscher, 1911, Stichradierung

Nach dem „Geäst der Initialen“ nun Teil II der Untersuchung von „Schrift und Bild im Exlibris“ mit dem Titel „Im Gespinst der Bilder“ im Heft 230 der Marginalien

Wie angekündigt gehen Ulrike Ladnar und Heinz Decker im zweiten Teil ihres Artikels zur wechselseitigen Beziehung zwischen „Schrift und Bild im Exlibris“ zunächst auf „redende“ Exlibris ein, in denen der Eignername durch ein entsprechendes Bild dargestellt wird. Und es sind sehr gelungene Beispiele, die sie dazu vorstellen: ein Blatt von Albert Ross für Hans Maus, auf dem die Schrifttype zum Schwanz der Maus passt; ein Exlibris von Ernst Albert Fischer-Cörlin für Eva Hirsch mit einem weiblichen Akt samt Apfel in der Hand und einem Hirsch daneben, „der ihr stolz sein geweihbewehrtes Haupt entgegenreckt“; ein Juristen-Exlibris des Wiener-Werkstätte-Künstlers Bertold Löffler für Josef Giebisch, auf dem der Protagonist als „blutroter Scharfrichter“ „auf einem Paragraphen reitet“. Weitere Beispiele für die fantasievolle Verknüpfung von Schrift und Bild sind Exibris von A. van der Elst mit einem Mädchen, aus dessen Handarbeitskorb unbemerkt ein Wollknäuel herausgefallen ist, „das sich zum Wort ´Exlibris´ aufrollt“; von Armand Rassenfosse mit einem weiblichen Halbakt, der die ersten fünf Buchstaben des Alphabets niederschreibt und damit den Eigner bezeichnet, den belgischen Exlibrisverein „Association Belge des Collectionneurs et Dessinateurs d´Ex-Libris“; oder Straßendemonstranten, auf deren Transparent gleichfalls die Initialen „ABCDE“ stehen, in Szene gesetzt von Kurt Peiser. „Eher kompositorisch als inhaltlich“, nämlich mittels „Arrangements geometrischer Formen“, überzeugen auf ihre Art andere Beispiele, des sowjetischen Grafikers Nikolaj Kuprejanov und des Engländers Sidney Hunt.

Im weiteren Verlauf stellen die Autoren „zitierende“ Exlibris vor, also solche, in denen Zitate aus bekannten literarischen Werken „in die Grundkomposition eingebettet sind“. Vertreten sind hier Max Liebermann, Alfred Cossmann und Hermina Horváth, die zweimal Goethes Faust und einmal den „Kleinen Prinzen“ Saint-Exupérys heranziehen.

Keine echten Bucheignerzeichen sind „fiktive oder Pseudoexlibris auf die Namen bedeutender Persönlichkeiten“. Auch dafür werden überzeugende Beispiele präsentiert, von Eric Neunteufel, der „Texte […] nicht in das Bild integriert, sondern […] ihm eine Deutungsperspektive (eröffnet)“; und von Tanja Grimm-Raabe, die mittels spezifischer Schriftgestaltung den „Text selbst zum Bild“ macht.

Es folgen Exlibris, in denen das Bild dermaßen dominiert, dass hinzugefügte extrem kleine Initialen oder auch nur noch das kleine, manchmal zudem abgekürzte Wörtchen Exlibris (EXL) unter Umständen mit der Lupe gesucht werden müssen – Beispiel: Jiři Pileček. Oder der Name wird ganz an den Blattrand gedrängt – Beispiel: (schon) Michel Fingesten. Von diesen Beispielen ist es nicht mehr weit zur sozusagen lupenreinen Eignergrafik, wie sie etwa Josef Werner „für Scheffer“ geschaffen hat, so die handschriftliche Hinzufügung unterhalb des Plattendrucks. Gemeint ist Heinrich Scheffer, der frühere langjährige Präsident der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft, der ein vehementer Fürsprecher dieser Art von Grafik ist.

Dass die Autoren manche Künstler außen vorgelassen haben, bewusst oder unbewusst, ist natürlich vor allem dem beschränkten Platz geschuldet, aber dass ihr „Überblick auf die Probleme und Möglichkeiten im Verhältnis von Schrift und Bild aufmerksam gemacht hat“ und dass dies dazu angetan ist, in dieser Richtung „auf eigene Faust weiterzuforschen“, ist unbedingt gelungen.

- Ulrike Ladnar/Heinz Decker: Im Gespinst der Bilder. Schrift und Bild im Exlibris, Teil II, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 230. Heft. 2018/3, S. 92-102.

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Ottohans Beier: Exlibris für Hilde Keil, 1934, Kupferstich

Im Heft 229 der Marginalien untersuchen Ulrike Ladnar und Heinz Decker unter dem Titel „Im Geäst der Initialen“ diesmal die Beziehung zwischen „Schrift und Bild im Exlibris“

und spannen dabei einen weiten Bogen vom typografischen Bucheignerzeichen über die „bewohnte Initiale“ bis zur „Figureninitiale“.

Als Beispiele für rein typografische Blätter stellen sie u.a. Exlibris für bekannte Persönlichkeiten wie den früheren Ministerpräsidenten Israels, Menachem Begin, vor. Bedeutende Schriftkünstler widmeten sich ausgiebig dem schriftdominierten Exlibris, etwa Rudolf von Larisch, auf dessen Eigenblatt sowie auf sein Exlibris für den Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer die Autoren eingehen. Interessant sind die Beispiele, die Ladnar/Decker für eine Art Übergangslösung zeigen, bei der eine kleine bildliche Darstellung, ein nuanciert eingebautes Bildzeichen in die Schrift „als ergänzender Schmuck“ integriert wird, so durch Hermann Landshoff in seinen hier abgebildeten Exlibris für Moritz Nussbaum und Thomas Mann. Stehen bei diesem Künstler immer noch die Eigner-Initialen im Mittelpunkt, geht Marcus Behmer mit seinen von reichem Ornament-Schmuck umrahmten Buchstaben einen Schritt weiter, z.B. in seinen Exlibris für die Sängerin Claire Waldoff und den Künstlerkollegen Hermann Struck.

Der Begriff „bewohnte Initiale“ wird mittels Beispielen von Eugen Schmidt und Reinhold Nägele erläutert. Anders als bei den Vorgenannten werden die Buchstaben bei diesen nicht funktional installiert, sondern formal, „vor allem als Konstruktionselement […], um das herum weitere grafische Elemente möglichst geschickt, geistreich und originell gesetzt werden“.

Noch weiter in ihrem Spiel mit Initialen gehen Ottohans Beier und Jean Pierre Humbert – abgebildet sind herausragende Exlibris-Beispiele für Hilde Keil und Benoît Junod. Beier etwa bestückt redundant, ähnlich wie es in der älteren Bibel- und Buchkunst vorkommt, den gesamten Buchstaben.

Schließlich zeigen die Autoren ein Blatt des berühmten englischen Jugendstil-Buchkünstlers William Morris als überaus gelungenes Beispiel eines sowohl „bewohnten“ als auch figuralen Initialen-Exlibris. Es steht zudem exemplarisch für ein sogenanntes redendes Exlibris, d.h ein Eignerzeichen, auf dem der Eignername grafisch illustriert wird.

U.a. auf diese spezielle Exlibris-Variante einzugehen, stellen die Autoren für den zweiten Teil ihres Beitrags in Aussicht, der im nächsten Marginalien-Heft erscheinen wird. Man darf gespannt sein.

- Ulrike Ladnar/Heinz Decker: Im Geäst der Initialen. Schrift und Bild im Exlibris, Teil I, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 229. Heft. 2018/2, S. 77-86.

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Ernst Schumacher: DEG-Signet, 1992

In der neuesten Ausgabe der „Wandelhalle für Bücherfreunde“, dem Nachrichtenblatt der Gesellschaft der Bibliophilen, stellt Henry Tauber unter der Rubrik „Aus anderen Gesellschaften“ die Deutsche Exlibris-Gesellschaft vor

Darin gibt der Präsident der DEG einen kurzen Überblick über die Geschichte des 1891 in Berlin gegründeten Vereins und skizziert die parallel dazu verlaufene Entwicklung des Exlibris – von heraldischen Blättern im Kaiserreich über Luxus-Radierungen der 1910er/1920er Jahre und buchgerechten Holzschnitten der 1930er bis 1960er Jahre bis hin zu computergenerierten Grafiken in neuerer Zeit. Sodann weist er auf das bibliophile Jahrbuch der DEG hin und auf die in Form eines Exlibris-Magazins erscheinenden Vereins-Mitteilungen sowie auf die jährlich in einer anderen Stadt Deutschlands veranstalteten Jahrestagungen. Nicht zuletzt stellt er die Funktion der DEG als unterstützende Organisation bei der Anlage einer eigenen bescheidenen Grafiksammlung heraus und unterstreicht ihre vermittelnde Bedeutung bei weltweiten Tauschkontakten und der Förderung junger und noch unbekannter Künstler.

− Henry Tauber: Aus anderen Gesellschaften. Die Deutsche Exlibris-Gesellschaft (DEG), in: Wandelhalle für Bücherfreunde, Nachrichten der Gesellschaft der Bibliophilen e.V., 2018/Frühjahr, S. 14 f.

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Max Klinger: Exlibris für Elsa Asenijeff, um 1898, Radierung

Elke Schutt-Kehm in der „Wandelhalle für Bücherfreunde“ über das Exlibris Max Klingers für Elsa Asenijeff

Das „Exlibris im Porträt“, das die Stellvertretende Direktorin des Mainzer Gutenberg-Museums (der u.a. der längst zum Standardwerk gewordene opulente „Exlibris-Katalog des Gutenberg-Museums“ zu verdanken ist) in der jüngsten Ausgabe der „Wandelhalle“ vorstellt, ist das um 1898 von Max Klinger geschaffene Exlibris für seine damalige Geliebte Elsa Asenijeff, einer Schriftstellerin und energischen Frauenrechtlerin. Das porträtähnliche Blatt des Malerfürsten mit dem Motto: belta vince (Schönheit siegt) galt zeitgenössischen Sammlern wie Walter von Zur Westen als „schönstes deutsches Exlibris“; es zeigt die Frau als über den am Boden liegenden Mann Triumphierende. Die Wege Klingers und seiner Gefährtin trennten sich ab 1911; nach erfolglosen Erbansprüchen − Klinger erlitt 1919 einen Schlaganfall, heiratete wenige Wochen danach sein Modell Gertrud Bock und starb im Folgejahr − wurde Asenijeff 1921 entmündigt und 1923 in eine Nervenklinik eingewiesen. In verschiedenen Anstalten verbrachte sie dann den Rest ihres Lebens, bis sie 1941 starb.

− Elke Schutt-Kehm: Bibliophile Notizen, No. 2, Exlibris im Porträt. Schönheit siegt – nicht immer …, in: Wandelhalle für Bücherfreunde, Nachrichten der Gesellschaft der Bibliophilen e.V., 2018/Frühjahr, S. 16 f.

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Igor Baranov: Exlibris für Marietta Hagedorn, 2015, Farbradierung

Unter dem Titel „Gen Narragonien“ betrachtet Heinz Neumaier im jüngsten Heft der „Marginalien“ „Sebastian Brant und sein Narrenschiff im Exlibris“.

Die 1494 in erster Auflage in Basel gedruckte berühmte Moralsatire des Straßburger Gelehrten Sebastian Brant wurde, nicht zuletzt durch die Illustrationen des jungen Albrecht Dürer (der gut zwei Drittel der Holzschnitte beisteuerte) zu einem der ersten Bestseller der Buchgeschichte. Inhaltlich geht es um die Schiffsreise einer Narrengruppe in das fiktive Land Narragonien. Brant schildert „menschliche Verfehlungen und Eigenheiten und übt damit Kritik an den Veränderungen in der Gesellschaft am Ende des Spätmittelalters“, so der Verfasser des Aufsatzes.
Anhand von neun zwischen 1924 und 2015 entstandenen Exlibris so verschiedener Künstler wie Lembit Löhmus (Estland), Zoltán Vén (Ungarn), Harry Jürgens (Deutschland), Vladimir Zuev (Russland), Victor Schapiel (Russland/Österreich), Dušan Polacovič (Slowakei), Igor Baranov (Russland), Ivan Tarasjuk (Russland) und Josef Seché (Deutschland) schildert Neumaier, auf welche Weise sich Exlibriskünstler und Eigner der Neuzeit vom „Narrenschiff“ inspirieren ließen – ein „spannendes Erlebnis, wenn es [wie hier] gelingt, manchen verborgenen Details nachzuspüren und diese zu enträtseln“.

- Heinz Neumaier: Gen Narragonien. Eine Betrachtung zu Sebastian Brant und seinem Narrenschiff im Exlibris, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 228. Heft. 2018/1, S. 34-43.

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In einem launigen Beitrag stellt Heinz Decker im neuesten Heft der „Marginalien“ die Frage „Wo sind die Bücher zu den vielen Exlibris?“

Keinen Geringeren als den Dichterfürsten Goethe, den er zu imaginären exlibristischen Überlegungen animiert, konsultiert Decker für einen weiten gedanklichen Bogen, der ziemlich genau 250 Jahre umspannt, vom radierten Exlibris, das der (noch unfürstliche) 17-Jährige für seine Jugendliebe, das Wirtstöchterlein Käthchen Schönkopf, schuf, über die redundanten Luxus-Exlibris mit reichem Remarquen-Programm der 1910er und ´20er Jahre, bis zu den computergenerierten Blättern der Jetztzeit. Buchgerechtes Exlibris versus Schmuckblatt im Riesenformat; Gebrauchsblätter, die als besitzanzeigende Information tatsächlich in Bücher hineingeklebt werden, wider aufwendig gestaltete Sammlergrafiken. Es ist eine seit Beginn des Exlibris-Sammelns streitbar geführte Diskussion, die offen bleibt. Am Ende seines mit 11 Abbildungen (u.a. von Hermann Bauer, Goethe, Sembera, Soder, Eduard Winkler, Rusachek, Arikan, Federenko und Hieke) versehenen Artikels lässt der Autor den Dichter-Olympier fiktiv soufflieren: „Es werden immer mehr Bücher gedruckt werden als gelesen. Es werden immer mehr Exlibris gefertigt, aber immer weniger in Bücher geklebt.“

− Heinz Decker: Wo sind die Bücher zu den vielen Exlibris?, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 227. Heft, 2017/4, S. 16-24.

Abbildung: Alfred Soder: Exlibris für Dr. Milton Oszkar Reich, 1913, Radierung

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In einem Aufsatz für die „>Marginalien“ stellt Anke Polenz Exlibris vor, auf denen vier Gedichte von Sarah Kirsch thematisiert werden.

Es sind Blätter von Claudia Berg und Karina Kopczyńska-Janiszewska zu dem Liebesgedicht „Bei den weißen Stiefmütterchen“, Regina Franke und Karina Kopczyńska-Janiszewska zu „Geduld“, Krzysztof Marek Bąk zu „Ich wollte meinen König töten“ und Claudia Berg zu „Anziehung“.

Durch das Aufzeigen von „Zusammenhängen zwischen poetischer Literatur und deren grafischer Umsetzung“ ermuntert die Autorin potenzielle Auftraggeber/innen dazu, eine Grafik „für sich und ´seinen´ [/ihren] Text […] gestalten zu lassen.“

– Anke Polenz: Gedichte von Sarah Kirsch im Exlibris, in: >Marginalien … Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, hrsg. von der Pirckheimer-Gesellschaft im quartus-Verlag, Bucha bei Jena, 226. Heft, 2017/3, S. 79-88.

Abbildung: Karina Kopczyńska-Janiszewska: Exlibris für Anke Polenz, (zu: „Geduld“), opus 260, 2014, Tiefdruck auf nichtmetallischer Platte.

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Neues niederländisches Buch über jüdische Exlibris:

Zwei Miniaturbücher – Auswahl von Jugendstil-Exlibris aus dem Museum für Angewandte Künste in Budapest

In zwei jüngst erschienenen Miniaturbüchern wird eine Auswahl an herausragenden Jugendstil-Exlibris aus den Sammlungen des Budapester Museums für Angewandte Künste vorgestellt.

Die Texte stammen von Dr. Hilda Horváth, Abteilungsleiterin im Archiv des Museums.

„Art Nouveau. Bookplates from Hungary“ zeigt 48 Jugendstil-Blätter verschiedener ungarischer Künstler von Faragó bis Aiglon;

„Art Nouveau. Bookplates from all over Europe“ präsentiert 60 Jugendstil-Blätter aus Großbritannien, Österreich (u.a. Wiener Secession), Deutschland, Belgien, Tschechien, Italien, Frankreich, Spanien und der Schweiz.

Jeder Exlibris-Abbildung gegenüber steht eine knappe Beschreibung der Autorin (in Ungarisch), dazu gibt es eine englische Übersetzung von Charles Kiddle.

Die Bände sind jeweils in einer nummerierten 300er Auflage erschienen und können zum Preis von je 25 EUR (plus Porto) bestellt werden bei: hbelebalassa@gmail.com.

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Katalog zur Ausstellung „Das Kind im Exlibris“ Mönchengladbach

Anlässlich der Ausstellung des Exlibriszentrums der Stadtbibliothek Mönchengladbach in der Stadtteilbibliothek Mönchengladbach-Rheydt (25.06.2017 – 27.08.2017) ist ein kleiner Katalog erschienen.

In der Ausstellung werden 70 Exlibris gezeigt, die unter verschiedenen Schwerpunkten subsumiert sind (Kinder als Entdecker und Abenteurer; Kinder, Fabeln und Märchen; Familienbilder; usw.).

In dem Begleitkatalog mit einem Vorwort von Daniel Theveßen M.A. sind 27 der ausgestellten Blätter abgebildet, u.a. von Zille, Lilien, Héroux, Volkert, Kolb, Kunst, Fingesten, Rieß, van Damme, Jürgens, Benkel, Dietzsch und Fleischmann.

Unser Mitglied Siegfried Bresler hat einen lesenswerten Band über "Lebensstationen" Heinrich Vogelers veröffentlicht:

Siegfried Bresler: Heinrich Vogeler. Lebensstationen, 1. Aufl. 2017, Carl Schünemann Verlag GmbH, Bremen, ISBN 978-3-96047-16-8





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Exlibris von Pablo Picasso für APR (Alexandre Paul Rosenberg)

In seiner Reihe originalgetreuer Faksimile-Editionen hat der Quaternio Verlag Luzern eine Faksimile-Ausgabe des Gebetbuchs der Claude de France (Pierpont Morgan Library, New York, MS M. 1166) veröffentlicht. Das Gebetbuch wurde um 1517 vom „Meister der Claude de France“ aus Tours geschaffen. Die Auflage des im Originalformat von 69 x 49 mm herausgegebenen, in 132 biblischen und Heiligen-Szenen auf 104 Seiten durchgehend mit reichem Bilderschmuck prachtvoll ausgestatteten Bandes ist auf 980 handnummerierte Exemplare limitiert. Geschützt wird das beeindruckende Werk von einem dem Original nachempfundenen roten Samteinband mit vergoldeten Schließen in Form der königlichen Lilie. Die Lieferung des Buches samt eines ausführlichen Begleitkommentars und einer Lupe erfolgt in einer repräsentativen Schmuckkassette aus Leder. Preis: 2.880 € (gültig bis 31.12.2016).

Eine außergewöhnliche Besonderheit des Bandes ist ein als Faksimile eingeklebtes Exlibris von Pablo Picasso, das der Künstler für seinen New Yorker Galeristen Alexandre Paul Rosenberg als Lithografie geschaffen hat.

Rosenberg, der auch Sammler war, erwarb das Gebetbuch der Claude de France Ende der 1970er Jahre von dem Wiener Kunsthändler H.P. Kraus. Er sah es als „Kronjuwel seiner Kollektion“ an. Seine Witwe stiftete es später der Pierpont Morgan Library zum Andenken an ihren Mann. Einige Jahrzehnte lang verwendete die Pariser Galerie Rosenberg die kleinformatige Fensterdarstellung als Signet. Das in wenigen flotten Strichen entworfene Blatt zeigt ein Fenster, davor ein Geländer, und in diesem Geländer die Initialen „APR“.

Abbildungen nach der Faksimile-Edition des Quaternio Verlags Luzern www.faksimile.ch

(H.T.)

ÖEG Jahrbuch 68

Österreichisches Jahrbuch für Exlibris und Gebrauchsgraphik

Band 68 (2013 2014)
Wien: Verl.d.Österr. Exlibris-Ges., [2015]
ISBN 978-3-90500800-8-7

Inhaltsverzeichnis
Heinrich R. Scheffer: Vorwort
Wolfgang Christian Huber: Stift Klosterneuburg 900 Jahre und ein Exlibris
Johannes Diethart: Griechisch und Lateinisch im Exlibris
Karl F. Stock: Jakob Spiegel "im Spiegel der Exlibriswelt".
Heinz Decker: Das Exlibris im 1. Weltkrieg.
Peter Rath: Franz Kubat.
Ulrike Ladnar: Exlibris von Ida Sofia Maly.
Ursula Müksch: Der Radierklub Wiener Künstlerinnen.
Karl F. Stock: Adam von Bartsch als Exlibriskünstler.
Josef Sila: Edith Lutz-Romani.
Wolfgang Hönle: Hildegard Koegler.
Veronika Pfolz: Felix Hochstimm. Das Exlibrisschaffen eines Amateurs.
Jan Svenungsson: "Exlibris, Piktogramm, Signatur.
Ursula Müksch: Nachwort.

Register

Preis: € 35,-- zuzügl. Versandkosten

Bitte, richten Sie die Bestellungen an die Österreichische
Exlibris-Gesellschaft

c/o Peter Rath, A1120 Wien, Edelsinnstraße 66. Tel.: 4300
(0)676 54 15 056; E-Mail: rath.p%aon.at.

www.exlibris-austria.com

In der neuesten Ausgabe der „Wandelhalle für Bücherfreunde“, dem Nachrichtenblatt der Gesellschaft der Bibliophilen, stellt Henry Tauber unter der Rubrik „Aus anderen Gesellschaften“ die Deutsche Exlibris-Gesellschaft vor

Darin gibt der Präsident der DEG einen kurzen Überblick über die Geschichte des 1891 in Berlin gegründeten Vereins und skizziert die parallel dazu verlaufene Entwicklung des Exlibris – von heraldischen Blättern im Kaiserreich über Luxus-Radierungen der 1910er/1920er Jahre und buchgerechten Holzschnitten der 1930er bis 1960er Jahre bis hin zu computergenerierten Grafiken in neuerer Zeit. Sodann weist er auf das bibliophile Jahrbuch der DEG hin und auf die in Form eines Exlibris-Magazins erscheinenden Vereins-Mitteilungen sowie auf die jährlich in einer anderen Stadt Deutschlands veranstalteten Jahrestagungen. Nicht zuletzt stellt er die Funktion der DEG als unterstützende Organisation bei der Anlage einer eigenen bescheidenen Grafiksammlung heraus und unterstreicht ihre vermittelnde Bedeutung bei weltweiten Tauschkontakten und der Förderung junger und noch unbekannter Künstler.

− Henry Tauber: Aus anderen Gesellschaften. Die Deutsche Exlibris-Gesellschaft (DEG), in: Wandelhalle für Bücherfreunde, Nachrichten der Gesellschaft der Bibliophilen e.V., 2018/Frühjahr, S. 14 f.

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DEG-Tagung 2020

Exlibris des Monats

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